Ablenkungsfrei Schreiben – die besten Tools für Linux
Abiword
Moment? Ist Abiword nicht eine Textverarbeitung? Genau und mit Sicherheit eine der am meisten unterschätzten Werkzeuge seiner Art, denn die Software bietet zahlreiche Extras, die Vielschreiber schätzen werden. Abiword bietet nach einem Druck auf die Taste «F11» einen Vollbildmodus, der das aktuelle Dokument auf die volle Seitenbreite vergrößert. Sichtbar bleibt lediglich eine Menüleiste wie beim Mac OS. Ansonsten stehen Ihnen alle Funktionen der Software zur Verfügung, Sie können also ohne Probleme Tabellen in den Text integrieren oder die Extras wie die Suche in der Wikipedia oder Google nutzen.
Focus Writer
Auch Focus Writer könnte eher als Geheimtipp bezeichnet werden, dabei gibt sich der Programmautor viel Mühe. Das Programm ist sowohl für Linux und Windows erhältlich und basiert auf QT. Auf der Homepage finden Sie eine Anleitung, wie Sie die Paketquellen in Ubuntu integrieren. Die Software startet automatisch im Vollbildmodus. Da hier aber nicht von einer Papiergröße ausgegangen wird, ist automatisch mehr Text auf der Arbeitsfläche zu sehen. Der Editor verfügt sehr wohl über zwei Symbolleisten am oberen und unteren Bildschirmrand, die aber erst sichtbar werden, wenn Sie mit der Maus in deren Nähe kommen. In der unteren Leiste finden Sie Informationen zu Ihrer aktuell bearbeiteten Datei. Unter den Einstellungen des englischsprachigen Programms können Sie ein Tagesziel in Minuten oder Worten definieren.
Dieses wird auf Wunsch in der Statusleiste ebenfalls angezeigt. So sehen Sie immer, ob Sie noch auf Kurs sind. Das Programm kann mehrere Dateien gleichzeitig bearbeiten, zwischen denen Sie ebenfalls über die Statusleiste leicht wechseln können. Wenn Sie zu den Schnellschreibern gehören, werden Sie leider schnell eine gewisse Latenzzeit beobachten, was den eigentlich guten Eindruck, den das Programm hinterlässt, leicht trübt. Integriert ist übrigens die Hunspell-Rechtschreibprüfung, was bei einem solchen Werkzeug ja keine Selbstverständlichkeit ist. Wünschenswert wäre natürlich eine stärkere Nutzung von Shortcuts. Für den Wechsel in bestimmte Bereiche oder zwischen den Dateien müssen Sie ja leider die Maus bemühen.
PyRoom
Das Programm beschränkt sich wirklich auf das Wesentliche. Es startet unmittelbar im Vollbildmodus und kommt völlig ohne Menüs oder Statusleisten aus. Die Software arbeitet sehr flott und eignet sich damit auch für Schnellschreiber. Die Bedienung des Programms erfolgt über Tastenkürzel, mit denen Sie zwischen den verschiedenen geöffneten Dateien wechseln können oder sich die Einstellungen anzeigen lassen. In den Einstellungen legen Sie die Farbe für Schrift und Hintergrund fest und können außerdem definieren, wie viel Platz der Text auf der Arbeitsfläche einnehmen soll. Auf Wunsch speichert PyRoom Ihren Text in regelmäßigen Abständen. Mit dem Kürzel + rufen Sie sich aktuelle Informationen zum Dokument ab und erfahren dann, wie viele Zeichen und Wörter Sie bereits geschafft haben. Weitere Komfort- oder Extrafunktionen suchen Sie allerdings vergeblich. Eine Rechtschreibprüfung ist leider nicht enthalten, so dass Sie hier dann auf ein externes Werkzeug zurückgreifen müssen.
JDarkroom
Ist sicherlich das puristischste Programm, das Sie unter den Editoren einsetzen können. Wenn Sie sich auf das Schreiben mit dem flott arbeitenden Werkzeug einsetzen, werden Sie sich an das Arbeiten auf der Konsole erinnert fühlen. Allerdings können Sie jederzeit über die Einstellungen, die Sie mit einem Druck auf erreichen, auch eine andere Schrift oder andere Farben auswählen, da das Grün auf Schwarz auf Dauer doch sehr anstrengend für die Augen ist. Mit + informieren Sie sich über den Zwischenstand Ihrer Arbeit. Kein Wunder, dass ein so puristischer Editor völlig ohne weitere Funktionen wie eine Rechtschreibprüfung auskommt.
Fazit:
Sicherlich verkörpert JDarkroom am ehesten, was unter ablenkungsfreien Schreiben gemeint ist. Etwas ausgefeilter zeigt sich PyRoom, da Sie hier auch bequem zwischen mehreren Dateien wechseln können. Focus Writer bietet deutlich mehr Komfort, könnte aber performanter laufen. Wenn Sie nur gelegentlich mit Ihrem Text allein sein wollen, geben Sie doch einfach auch einmal Abiword eine Chance.





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