Schalten Sie wirklich ab!
Gerade in Unternehmen in denen viel von „Vertrauensarbeitszeit“ oder „Work-Life-Balance“ die Rede ist, ist eigentlich damit gemeint, dass Sie auch während Ihrer Freizeit ständig erreichbar sein sollten. Schnell werden dann Gadgets wie Blackberrys herausgegeben, womit implizit oder explizit die Erwartung ausgesprochen wird, dass Sie auch noch auf Mails Ihrer Führungskraft reagieren sollten, wenn Sie längst daheim sind.
Ich selbst habe eine Weile meine geschäftlichen Mails an meinen privaten Account weitergeleitet, bevor ich auf einen Blackberry umgestiegen bin. Davon habe ich mir eine höhere Produktivität versprochen, denn schließlich hatte ich damit ja die Freiheit, mich flexibel um die eingehenden Nachrichten zu kümmern.
Vergessen Sie’s: Es ist geradezu erstaunlich. Wenn wir im Büro sind, versuchen wir jede Störung so gut es geht, auszuschalten, damit wir konzentriert an einer Sache arbeiten. Die Zeit, die Sie zu Hause allein oder mit Ihrer Familie verbringen, ist genauso viel Wert und genauso wichtig, denn Sie hilft Ihnen dabei, sich zu regenerieren.
Nehmen Sie das ernst und schalten Sie Ihren Blackberry am Abend und an den Wochenenden auf jeden Fall konsequent aus. Schauen Sie gerade nicht nach Feierabend nach Ihren geschäftlichen Mails. Meiner Erfahrung nach passiert am späten Abend nichts, was Sie dann noch lösen könnten. Dies gilt gerade auch am Wochenende.
Natürlich wird das nicht unbemerkt bleiben, denn damit, dass Ihnen ein Blackberry bewilligt wurde, möchte Ihre Führungskraft ja gerade seine Kontrolle auch auf Ihr Privatleben ausdehnen. Reagieren Sie also nicht mehr auf die Nachricht nach 22 Uhr oder die vom Sonnabend um 17 Uhr, werden Sie mit Sicherheit einen kritischen Kommentar erhalten oder den Hinweis, sich mehr um das eigene Zeitmanagement zu kümmern. Bereiten Sie sich auf diesen Kommentar vor und entgegnen Sie, dass Ihr Zeitmanagement hervorragend funktioniert, damit dies aber so bleibt, Sie bestimmte Aufgaben eben nur zu bestimmten Zeiten erledigen. Schließlich werden Sie nicht für das Mailen bezahlt, sondern für Ihre eigentliche Kernaufgabe.
Genießen Sie die freie Zeit, lassen Sie sich kein schlechtes Gewissen einreden: schalten Sie konsequent ab!

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