Tools für Autoren (4): Papyrus Autor
Aus Deutschland kommt die Textverarbeitung Papyrus, die einige Besonderheiten aufweist, die sie zu einem sehr guten Werkzeug für alle Autoren machen. Dazu zählen etwa die Klemmbretter, von denen Sie mehrere einrichten können. Diese müssen Sie sich wie eine Pinnwand in Ihrem Büro vorstellen. Mit einem Mausklick hängen Sie dort eine Notiz an, auf der Sie Gedanken oder Textschnipsel eintragen. Diese übernehmen Sie auf Wunsch schnell und unkompliziert in Ihren Text.
Das Programm folgt einem eigenen Bedienkonzept, das Umsteigern von OpenOffice oder gar Word zunächst die Orientierung erschwert, sich auf Dauer aber als sehr durchdacht erweist. Alle Funktionen, die Sie aus Ihrem Schreibprogramm gewohnt sind, finden Sie auch in Papyrus, nur eben etwas anders. Natürlich können Sie auch mit Papyrus einen Brief schreiben, aber dafür ist das Programm fast zu schade. Die Unterstützung des Autoren beginnt etwa mit der «Inhaltsübersicht», die Ihnen mit einem Mausklick in einem kleineren Fenster die Struktur Ihres Textes anzeigt. Dazu blenden Sie sich optional auch Statistiken ein, so dass Sie sofort erkennen, wie lang die einzelnen Abschnitte geworden sind.
Wer einen Abgabetermin im Rücken hat, muss seine Arbeit einteilen und feste Tagesziele schaffen. Diese definieren Sie in den Eigenschaften eines Dokuments und erkennen anschließend in der Statusleiste, wie viel Sie bereits geschafft haben. Diese Funktion ist so einfach und praktisch, dass sich die Hersteller der Office-Schreibprogramme fragen lassen müssen, warum sie nicht längst eine solche Funktion integriert haben? Papyrus ist darauf ausgelegt, die Arbeit des Autoren unaufdringlich zu unterstützen und weiß dabei während der Arbeit durchaus zu verblüffen. Hat das Dokument eine bestimmte Länge überschritten, bietet Ihnen das Programm automatisch an, in regelmäßigen Abständen Datensicherungen anzulegen. Außerdem können Sie auch eine Versionierung nutzen, um zu einem späteren Stand zurückzukehren.
Ein Thesaurus, Funktionen für die Ersetzung von Anführungszeichen oder auch Importfunktionen für Grafiken zählen ja fast zum Standard. Positiv aus dem Rahmen fallen die Korrekturmöglichkeiten, denn um die Rechtschreibung kümmert sich der Duden Korrektor, der sehr gut integriert wurde. Doch damit nicht genug. Eine Stilanalyse weist Sie bereits während des Schreibens auf Füllwörter, Wortwiederholungen oder auch Verbfaulheit hin. Papyrus kennzeichnet die entsprechenden Stellen farbig und erläutert Ihnen das Problem in seiner Statusleiste, wenn Sie mit der Maus auf die Passage zeigen.
Ein Höhepunkt ist sicherlich die Lesbarkeitsanalyse. Diese aktivieren Sie ebenfalls mit einem Mausklick. Anschließend signalisieren Ihnen Farben direkt in Ihrem Text, ob Ihnen eine leicht lesbare oder komplizierte Fassung gelungen ist. Zu Papyrus Autor gehören auch die Funktionen von Papyrus Office. Sie können also nicht nur professionell schreiben, sondern greifen bei Bedarf auf einen Datenbank für Seriendokumente aller Art zu. Diese Datenbank kommt aber auch dann ins Spiel, wenn Sie mit Papyrus ein umfangreiches Projekt verwalten wollen. Denn auf Wunsch verwaltet das Programm dann auch Charaktere oder Literaturfundstellen gleich mit.
Papyrus Autor 3.5 läuft auf dem Mac und unter Windows. Es wird auch einen Version für den USB-Stick angeboten, so dass Sie schreiben können, wo immer Sie wollen. Mit 149 Euro ist die Software deutlich teurer als die bisher vorgestellten Tools, aber angesichts des integrierten Dudens auch nicht zu viel.



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